ber das Lernprogramm "SinnFinden2.4"

Zur Entstehung
Das Thema "Sinn finden/Sterben" hat in der Krankenpflege- 
ausbildung einen hohen Stellenwert. Die betroffenen 
PatientInnen und deren Angehrigen erwarten, dass auch
im Krankenhaus eine humane Sterbebegleitung praktiziert 
wird. Ebenso gehen von KrankenpflegeschlerInnen selbst 
Impulse zur Beschftigung mit diesem Thema innerhalb
der Pflegeausbildung aus. Es entstehen komplexe Anforderungen
an die Lehrenden, sowohl Sachinformationen 
zu vermitteln, als auch die unweigerlich auftretenden 
Fragen nach der eigenen Verarbeitung von Grenzerfahrungen 
und Verlusterlebnissen zuzulassen. Vor diesem Hintergrund 
entstand die Idee, diese Elemente mit Hilfe neuer Medien 
zu verbinden. Es flieen die Erfahrungen aus jahrelanger 
Unterrichtsttigkeit zusammen mit den Mglichkeiten der 
Integration in einem Lernprogramm. Bei den Lernenden 
vermag es Begeisterung zu wecken, sich mit Hilfe des 
Computers in der Gruppe, und trotzdem individuell, mit 
diesem existentiell wie beruflich bedeutsamen Thema zu 
befassen. Sowohl ein gedanklicher Anspruch, als auch eine 
emotionale Einstimmung gehren dazu. Eine der wichtigsten 
Schlsselqualifikationen in der Pflegeausbildung ist es, 
sich in die Situation eines anderen Menschen 
hineinversetzen zu knnen (Empathiefhigkeit), in 
diesem Falle in die Situation eines Trauernden bzw. eines 
Sterbenden.


Lernmglichkeiten
Das in diesem Sinne bisher realisierte multimediale 
Lernprogramm "Zum Umgang mit dem Sterben" verbindet 
Besinnung, sthetik und Gefhl mit Sachinformation und 
der Anregung zu vernetztem Denken. Es entlastet die 
Lehrenden bei diesem sensiblen Thema bei der Vermittlung 
von Sachinformationen. Mit diesem Hilfsmittel lsst sich 
zudem eine Lernumgebung gestalten, die einen Prozess des 
Nachdenkens frdert und unter Begleitung des Lehrenden 
einen sozialen Austausch miteinander ermglicht. Dies 
trgt dazu bei, die Sprachlosigkeit gegenber Sterbenden 
und Trauernden zu berwinden. Aus der Inhaltsbersicht 
heraus knnen generelle Grundstze, Patientenbeispiele 
und Detailinformationen aufgerufen werden. Ebenso lsst 
sich das Programm dazu verwenden, in meditativer Absicht 
entsprechende Bilder und Musiksequenzen (u.a. Pablo 
Picasso; Giora Feidman) auf sich wirken zu lassen. Es 
luft sowohl  selbstndig, d.h. zeitgesteuert, als auch 
nach einem eigenen gedanklichen Pfad der Lernenden. 
Ausgewhlte Internetquellen erlauben darber hinaus
die  Vertiefung der jeweiligen Thematik. Damit kann der
Bereich des eng umschriebenen Handlungswissens berschritten
werden, um einen besseres Verstndnis komplexer Bereiche zu
erlangen (Beispiel: religise Bedrfnisse).


Bisherige Erfahrungen/Perspektiven
Die Vorstellung der Testversion dieses Programms im 
Rahmen des DBfK-Symposiums "Multimedia in der Pflege" im 
Frhjahr 1999 hatte bereits einen recht guten Zuspruch. 
Viele interessierte Leserinnen und Lesern der Zeitschrift 
"PR-Internet.com fr die Pflege" haben es dann um die 
Jahreswende 1999/2000 intensiv ausgewertet. Deren Rck-
meldungen sowie Ergnzungsvorschlge sind der Ver-
besserung und Erweiterung des Programms zugute
gekommen. Dadurch konnte 2001 die Version 2.3 auf der
"Multimedia in der Pflege II" prsentiert werden, die nun 
zur Version 2.4 weiterentwickelt wurde. Nunmehr sind die
religisen Aspekte und ein weiteres Gedicht eingearbeitet,
und die Lesbarkeit aller Texte ist wesentlich verbessert worden.

Mgen diese Bestrebungen ein wenig dazu beitragen, dass sich
auch im Akutkrankenhaus bzw. im Altenheim fr die letzte Phase
des Lebens eine Atmosphre des Angenommenwerdens entwickelt,
wie es beispielsweise die Hospizbewegung anstrebt.


Einbeziehung in die Pflegeausbildung
Das Programm deckt  folgende Zielsetzung und Inhalte ab:

* Besinnung und Reflexion der eigenen Haltung
* Erste Orientierung zum Umgang mit Sterbenden und
  Trauernden 
* Pflegerische Aufgaben bei der Begleitung Sterbender und
  ihrer Angehrigen
* Grundinformation zum Thema "Sterbehilfe"
* Reflexion Was bedeutet mir mein Leben?
   Was bedeuten Tod und Sterben fr mich?
   Wie spreche ich mit anderen ber Tod und Sterben?
   Wie erging es mir bei der Betreuung eines sterbenden
   Menschen?
* Physiologische Vorgnge und individuelle Bedrfnisse
  von Sterbenden, ihre Bercksichtigung bei der Pflege
* Pflege von Sterbenden unterschiedlicher Religionen
* Pflege von Sterbenden in Krankenhaus
* Vorbereitung auf die Pflege von Sterbenden zu Hause;
   Hospizarbeit
* Information ber PatientInnenverfgungen
* Begriff "Tod" aus rechtlicher Sicht
* Aufgaben zur Versorgung des Verstorbenen

Hinzukommen sollte die Vertiefung ethischer und religiser
Fragen sowie die Klrung unterschiedlicher institutioneller
Bedingungen. Die weiteren wichtigen Inhalte in diesem Sinne:
* Forschungsergebnisse Berichte klinisch Toter, Sterben
  und Trauern als Prozess, Symbolsprache von Sterbenden
* Wahrheit und Trost am Sterbebett (Gesprche zwischen
  Sterbenden, Angehrigen, Pflegenden)
* Sterben und Tod aus der Sicht verschiedener
  Weltreligionen
* Euthanasie (Geschichte/Gegenwart)
* Testament: Rechtliche Regelungen

Planung des Themas "Sterbende Menschen pflegen" in der
dreijhrigen Krankenpflegeausbildung

Den KrankenpflegeschlerInnen sollte gengend Freiraum gegeben
werden. Wichtig ist es, bereits zu Beginn der Ausbildung eine
kurze Sequenz zu dieser Thematik einzuplanen.

Der empfohlene Stundenumfang betrgt insgesamt 24 Std.,
davon sind zuzuordnen:
*  12 h Berufskunde, Gesetzeskunde, Staatsbrgerkunde
*   4 h Psychologie
*   8 h Krankenpflege

Verwendung im Pflegeunterricht und zur Fortbildung:
1.	Nach kurzer Einfhrung partnerweises Bearbeiten
	und Besprechen der Programminhalte (PC-Pool,
	mglichst mit Soundkarten ausgerstet).
	Alternativ: Benutzung am heimischen PC.
2.	Formulieren der Antworten auf die im Programm
	enthaltenen Fragen sowie weiterer Interessen.
3.	Aufarbeiten der Inhalte in einer Gesprchsrunde,
 	ggf.	Weiterbearbeitung in anderen Fchern
 	Berufsethik/Rechtskunde; Psychologie)

Installation

*  Systemvoraussetzungen (mindestens)  Pentium 100 Mhz, 
   32 MB RAM, Windows 95/98/NT,  CD-ROM-Laufwerk
   (mglichst 32-fach); mgl. Soundkarte;

*  Bildschirmeinstellung: "High Color" (16 Bit), Auflsung
   mindestens 800x600 Pixel (640x480 Pixel auf Anfrage);
 
*  Installation (bei einem 32-fach schnellen CD-ROM- 
   Laufwerk nicht notwendig) Ggf. alle Dateien von der 
   CD-ROM in  dasselbe Verzeichnis auf  der Festplatte
   kopieren;

*  Programmstart: nach Einlegen der CD automatisch, oder durch
   Anklicken der Datei "SinnFinden23.exe";

*  Verwendung auf Ihrem lokalen Netzwerk (LAN):
   - das Laufwerk mit den Quelldateien freigeben;
   - alle Dateien als 'schreibgeschtzt' einstellen (wie beim 
     Abspielen vom CD-ROM-Laufwerk);
   - alle Benutzer mssen Lese- und Schreibzugriff auf ihre
     Systemordner haben.

Programmbedienung/Hilfe
* Das Programm luft automatisch im angemessenen
   Zeitrhythmus, ebenso ist es durch Anklicken mit der linken 
   Maustaste steuerbar;
* Alle blauen Symbole und Textelemente sind anklickbar und
   ffnen den entsprechenden Inhalt (eine Bildschirmauflsung
   von mindestens 800x600 Pixeln vorausgesetzt);
* Durch Anklicken im Bereich der Bilder gelangt man zu den
   weiteren Bildern des jeweiligen Knstlers; die religisen
   Symbole fhren direkt zu ausgewhlten Inhalten im Internet. 
   Die verkleinerten Bilder lassen sich durch Anklicken
   vergrern. 
* Lngere Texte (wie dieser) werden durch Anklicken des
   Rollbalkens an der rechten Seite vollstndig sichtbar;
* Das gleichzeitige Drcken der beiden Tasten "Strg" + "a"
   lsst den Programmablauf pausieren;
* Die Lautstrke knnen Sie whrend der Musikwiedergabe
   durch Anklicken von Laut/Leise regeln, die System-
   Lautstrke von Windows nach Anklicken an diesem unteren
   Bildschirmrand einstellen;
* Alle Texte sind ber die "Druck-Ansicht" im richtigen 
   Layout sichtbar zu machen, der jeweilige Bildschirminhalt 
   auszudrucken (z.B. zur Herstellung von Folien);
* Die wichtigsten Passagen lassen sich auerdem durch
   Anklicken von "Text-Editor" in Windows anzeigen und in
   Textprogrammen  weiterbearbeiten; 
* Vom Literaturnachweis aus knnen Sie direkt zur 
   angegebenen Adresse ins Internet gelangen (sofern 
   installiert);
* Das Drcken der ESC-Taste beendet das Lernprogramm.


Demo-Version (im Unterschied zur Voll-Version):
* Enthlt die volle Funktionalitt, aber nur wenige ausgewhlte
   Inhalte
* Die musikalische Begleitung ist nur angedeutet, gesprochene
   Sprache ist nicht enthalten
* Kein ffnen des Text-Editors aus dem Programm heraus






 Claus-Henning Ammann, Bielefeld 2000
 




